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Nokia Lumia 800 - Designer-Stück unter den Windows Phones


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Nokia Lumia 800 - Designer-Stück unter den Windows Phones


02.02.2012, 11:56 Uhr

AMOLED-Display mit Kurven

Nokia hat das Lumia 800 mit einem 3,7 Zoll AMOLED-Touchscreen ausgestattet. Leider, denn der 3,9 Zöller des gleichgroßen N9 hat naturgemäß mehr Reiz. Das Display löst mit 800x480 Pixel (FWVGA) auf und zeigt 16,7 Mio. Farben an. Es erweist sich als äußerst leuchtkräftig und farbenfroh, der Touchscreen ist leichtgängig und sehr angenehm in der Bedienung.

Aber auch eine Besonderheit bringt das Nokia Lumia 800 mit. Was es von der breiten Masse abhebt, ist die gewölbte Glasabdeckung aus kratzfestem Gorilla-Glas. Die sanfte Biegung an den Seitenrändern soll laut Hersteller Vorteile in der Ergonomie bringen. Wir finden, horizontale Wischbewegungen profitieren tatsächlich durch das sanfte Abfallen zum Rand hin. Was aber nicht heißt, dass Geräte mit gerader Oberkante um etliches schlechter zu bedienen wären. 


Microsoft LiveID und Zune

Bevor es so richtig losgeht, führt ein Menü durch den Einrichtungsprozess: Zuerst wird die Eingabe der Microsoft LiveID gefordert, hernach werden die Zugangsdaten für das Nokia-Konto abgefragt. Beides kann auch übersprungen werden, falls es schnell gehen soll. Dieser Schritt ist allerdings erst die halbe Miete, denn um Smartphone und PC miteinander verbinden zu können, muss zuvor die Microsoft-Software Zune am Rechner installiert werden. Erst dann (dauert etwa 15 bis 20 Minuten) „verstehen“ sich Handset und Lap- bzw. Desktop, der Austausch von Dateien und die automatische Synchronisation sind nun möglich.  

Die Windows-Phone-Benutzeroberfläche hat sich durch das Upgrade auf Version 7.5 Mango nur in Details verändert – und das ist auch gut so. Am Homescreen tummeln sich animierte Live-Tiles, bunt gefärbte Kacheln, welche Anwendungen und Apps nach Themenkreisen zusammenfassen.  Ein Wisch nach rechts und schon präsentiert sich das Anwendungsmenü in alphabetischer Anordnung. Die Bedienung ist selbsterklärend und auch für Neulinge schnell zu verstehen.

Windows Phone: Zugeknöpft wie Apple

Wer es gewohnt ist, vom Rechner aus via Massenspeicher auf sein Android-Smartphone zuzugreifen, wird recht schnell eines Besseren belehrt. Denn: So wie das Apple iPhone nur via iTunes synchronisiert werden kann, so führt der einzige Weg von PC zu Windows Phone über die Microsoft-Software Zune. Nervig, lässt sich aber nun mal nicht ändern.

Auch die Übertragung von (Media-)Dateien via Bluetooth wird von Mango nicht unterstützt. Wozu dann trotzdem der ganze Aufwand? Fürs kabellose Musikhören mittels Bluetooth-Headset beispielsweise.

Überhaupt sind Features, die bei z.B. bei Android-Phones längst Gang und Gebe sind, beim gerade mal etwas über ein Jahr alten Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 7 noch keine Selbstverständlichkeit. Das Betriebssystem ist noch recht „jung“ und konnte von daher noch nicht ganz mit iOS und Android gleichziehen. DLNA soll Gerüchten zu Folge als App nachgeliefert werden, gleiches gilt für Tethering – beide Funktionalitäten werden aber grundsätzlich vom Betriebssystem seit dem Mango-Update unterstützt.

Onboard-Navi inklusive

Für Reisefreudige mag Kfz-Navigation ein Killerargument sein. Diese Anforderung weiß das Lumia 800 bestens zu erfüllen. Nokia hat in die Ehe mit Microsoft Nokia Navigation mitgebracht. Kostenloses Navteq-Kartenmaterial und eine funktionelle Oberfläche machen das Smartphone zum vollwertigen GPS-Navi. Der große Vorteil: Länderkarten können nach Bedarf direkt am Smartphone gespeichert werden. Im Rahmen der Reisevorbereitung lassen sich genaue Route etc. bereits im Vorhinein festlegen. Wenn es dann los geht, bietet das Navi-System am Smartphone alle Vorzüge eines Einzelgerätes. Sprachsteuerung mit frei wählbaren Stimmen, 2D- und 3D-Ansicht, Tag- und Nachtkartenfarben, GPS-, A-GPS- und WiFi-Lokalisation, etc. pp.   

Lediglich eine Kfz-Halterung ist im Lieferumfang noch nicht enthalten. Der Universal-Halter von Nokia passt auch für das Lumia 800 (auch mit übergezogenem Soft-Cover) und schlägt sich mit knapp 30 EUR zu Buche. Wer bereits für sein N8 eine Kfz-Halterung angeschafft hatte, kann diese mit etwas Glück weiter verwenden. Also unbedingt ausprobieren, ob das alte Teil passt.

Windows Marketplace, der Applikationsmarkt von Microsoft, ist mittlerweile ganz anständig gefüllt, kann derzeit aber quantitativ nicht mit Android Market und App Store mithalten. Aber die Qualität der Apps stimmt und der Software-Gigant wird alles daran setzen, auch in diesem Punkt mit der Konkurrenz gleichzuziehen. 

Akku

Der fix verbaute 1,450mAh Akku soll bis zu 9,5 Stunden Sprechzeit (UMTS) und bis zu 6,5 Stunden Videogenuss ermöglichen, verrät der Hersteller. Im Praxistest – bei intensiver Nutzung – ist ein täglicher Boxenstopp einzukalkulieren. Im Standby-Betrieb erweist sich das Lumia 800 als recht genügsam. Eine Woche lang verharrte es in unserer Testredaktion in Lauerstellung.

Die Nächte kann es am Ladegerät verbringen, denn sobald der Akku voll ist, wird der Ladeprozess gestoppt. Die verbleibende Zeit bis zum Morgen knabbert es zwar etwas an der Energiereserve (etwa drei Prozent), ist aber besser für den Akku als stundenlanges Weiterladen.


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