LG GD 510 Pop – Solarhandy für lückenlose Versorgung
Technik für Ökos?
Wenn man sich Geräte aus dem Segment Green IT ansieht, möchte man meinen, dass die entwickelnden Ingenieure davon ausgehen, Personen mit ökosozialem Hintergrund laufen nach wie vor in Espandrillos und Jutesäcken gleichenden Pullovern herum und sind absolute Technikverweigerer. Beim LG GD510 Pop geht die Ausstattung erfreulicherweise über die reinen Basisfunktionen hinaus:
Gerade auf UMTS und HSDPA für schnelles Internet und Videotelefonie (auch mangels einer zweiten Kamera) muss verzichtet werden. GPRS und EDGE sollten den Datenverkehr dafür nicht ganz zum Erlahmen bringen. Glücklicherweise sind die Inhalte vieler Portale mittlerweile für Mobiltelefone optimiert, womit das Surfen nicht automatisch zu einer meditativen Angelegenheit verkommt. Auf WLAN muss verzichtet werden und auch eine GPS-Unterstützung wird nicht geboten. Gleichzeitig ist dadurch auch Geo-Tagging nicht möglich. Mit Quadband ist man dafür mit dem LG GD510 Pop am aktuellsten Stand und als Weltenbummler „all over the world“ erreichbar.
Wer mit diesen Abstrichen gut leben kann, bekommt mit dem LG GD510 Pop ein passables Gerät mit einem breiten Funktionsumfang für Privatanwender.
Die Kamera…
...bietet mit 3,1 Megapixeln etwas mehr als so mancher Vertreter der Kompaktklasse, allerdings ohne Autofokus. Die Einstellungsmöglichkeiten sind nicht ganz so vielfältig, weshalb das Gerät für Fotoenthusiasten eher nicht die erste Wahl sein wird. Für den Upload von Bildern auf Social Network Plattformen reicht die Qualität aber allemal, zumal diese bei guten Lichtverhältnissen auch richtig gut werden. Mangels eines Blitzes oder einer LED-Leuchte geraten Fotoaufnahmen im Dunkeln nicht besonders gut, nur der Nachtaufnahmemodus hilft in dieser Situation etwas, verändert aber die Farben ziemlich. Mit einer manuellen Belichtungskorrektur kann man sich zusätzlich noch etwas behelfen. Ansonsten finden sich noch ein Filter (Schwarz/Weiß, Negativ sowie Sepia) zum Aufbessern der Fotos sowie die Möglichkeit des manuellen Weißabgleichs.
Auch ein kleines Bildbearbeitungsprogramm ist im Funktionsumfang enthalten, dieses ist in der Galerieansicht einsetzbar. Es steht eine Vielzahl an Verschönerungs- und Änderungsmöglichkeiten zur Verfügung: Spiegeln, Farbtausch, „Rote Augen“-Reduktion, unterschiedlichste Rahmen oder Icons und Texte als Beigabe. Die Kamera ist ca. 3 Sekunden nach Aktivierung betriebsbereit, eine gute Sekunde dauert zudem die Auslöseverzögerung. Bei Einzelaufnahmen braucht es nach einer Aufnahme erneut drei Sekunden, bis das Gerät für das nächste Bild bereit ist – nicht gerade eine Meisterleistung. Serienbildaufnahmen sind möglich, Panoramabilder hingegen nicht. Hier klappt’s auch mit der Geschwindigkeit zwischen den einzelnen Shots, wie eine Maschinenpistole wird ausgelöst, allerdings nur im Format 640 x 480. Dabei kann zwischen 3,6 und 9 Bildfolgen gewählt werden. Auch ein Selbstauslöser steht zur Verfügung. Um auch hier den Maßstäben der Green IT gerecht zu werden, wechselt die Kamera nach einiger Zeit des Nichtstuns erfreulicherweise in den Standby-Modus, um Energie zu sparen.
Da rumpelt was in den Ohren…
Musikalisch unterhält das LG GD 510 Pop mit einem Music-Player sowie einem RDS-Radio. Mit dem Player lassen sich die einzelnen Tracks nach Interpreten, Alben, Genres und selbsterstellten Playlists sortieren und abspielen. Ein Equalizer mit 6 Voreinstellungen ermöglicht es, auf musikalische Vorlieben einzugehen, Einstellungen an den einzelnen Frequenzbändern können nicht vorgenommen werden. Während des Abspielens können einzelne Titel der Musikbibliothek bewertet werden, wobei es sich über die Sinnhaftigkeit dieses Tools streiten lässt, da es nicht möglich ist, die Tracks anschließend nach ihrer Beliebtheit zu sortieren.
Über eine Klinkenbuchse verfügt das LG GD510 Pop nicht und so ist man auf die im Lieferumfang enthaltenen Standardkopfhörer angewiesen. Ziemlich dumpf prallen die Klänge an das Trommelfell. Der Tragekomfort ist hingegen sehr gut und das LG GD510 Pop entpuppt sich geradezu als Verstärker: Im Test erschien uns schon Lautstärke 3 von 30 laut, das volle Pouvoir wagten wir nicht zu erkunden. Auch darüber, dass der im LG GD510 Pop angebrachte Lautsprecher unserem subjektiven Empfinden nach über eine bessere Klangqualität verfügt als das Headselbst selbst, waren wir überrascht. Denn sobald das Headset angesteckt ist, ist im Hintergrund ein leichtes Rauschen zu vernehmen, das sich noch verstärkt, wenn das Radio hinzu geschaltet wird.
Das Radio selbst ist ganz klar der Schwachpunkt dieses Gerätes. Es verfügt zwar über einen automatischen Sendersuchlauf, aber das Empfangsteil ist viel zu schwach, um die Radiostationen auch nur annähernd zu finden. Wird eine Station ausgewählt, wird der Klang von einem Rauschen untermalt. Eine herbe Enttäuschung!
Mit drei Spielen ist das LG GD510 Pop bestückt, deren Unterhaltungswert aber etwas mager ausfällt. Für die Zielgruppe wohl interessanter und auch bedeutender ist die Tatsache, dass es über vorinstallierte Clients für MySpace, Twitter und Facebook verfügt.
Was es sonst noch so gibt…
Das LG GD510 Pop wurde für Privatanwender konzipiert. Businessfeatures fehlen zur Gänze, ein Kalender mit Terminverwaltung kann ja kaum als solches gewertet werden.
Beim Sprachrekorder zum Aufzeichnen von Memos wird dann auch klar, warum der Lautstärkenregler über 30 Stufen verfügt: Die Sprachmemos klingen sehr leise und hält man das Gerät beim Aufnehmen nur gut 20 cm vom Mund entfernt, so ist das Gesprochene im Anschluss kaum mehr zu vernehmen. Auf Stufe 30 hingegen ist alles klar und deutlich zu verstehen, die Qualität (Stichwort: Rauschen) stimmt hier. Zudem lassen sich Notizen, Aufgabenlisten und handschriftliche Notizen erstellen und auch eine Weltzeituhr ist mit dabei.
Widgets und Pocket Apps sind der Renner
Widgets sind neben einem sehr hohen Individualisierungsgrad derzeit der Renner bei den Geräten. So auch beim LG GD 510 Pop. Der Startscreen kann durch zahlreiche kleine Programme frei gestaltet und individualisiert werden. Zur Auswahl stehen nicht nur Banalitäten wie ein Kalender- oder Uhren-Widget, auch ein MP3- Player und sogar Pocket Apps stehen zur Auswahl bzw. können von dort aus angewählt werden. Zu den Mini-Anwendungen der pocket apps zählen beispielsweise ein Lauftrainer, der entweder mit dem Rad oder per pedes zurückgelegte Kilometer und Zeiten speichert, um sie in einer Historie miteinander vergleichen zu können.
Eine zweite ist der sogenannte „Gewichtskontrolleur“, der aus Daten wie Körpergröße, Gewicht, Hüftumfang und Geschlecht den Bodymaßindex erstellt sowie den prozentuellen Körperfettanteil misst. In Wochen-, Monats- und Jahrestabellen lassen sich Gewicht- und Körperleistungen betrachten, wodurch das Tool Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten, Bewegung und Ernährung ermöglicht. So wird dem Speck der Kampf angesagt!
Einfach mal abschalten!
Eine nette Pocket App mit eher meditativem Charakter ist die „Geräuschkulisse“: Beim Zirpen von Grillen lässt es sich gut von lauen Sommerabenden träumen, Lagerfeuerromantik entsteht beim Geräusch von brennendem Holz. Auf lästige Gelsen wurde dabei verzichtet, die erscheinen automatisch vor dem inneren Auge. Eine simulierte Tour durch eine Schneelandschaft oder eine Wanderung entlang eines plätschernden Bächleins? Kein Problem! Auch das Klappern einer mechanischen Schreibmaschine (gegen Schreibhemmung?) und Geräuschkulissen wie die eines französischen Straßencafés, eines orientalischen Basars oder eines randvollgefüllten Stadions lassen sich herbeizaubern und zwar unendlich lange oder auch zeitlich begrenzt und in beliebiger Lautstärke. Einfach mal abschalten kann man mit dieser kleinen App und sich an einen anderen Ort versetzen. Schön! Mit einer Kerze, die sich ausblasen lässt, und einem Entscheidungshelfer, der bei Ja/Nein-Entscheidungen behilflich sein will, schließt sich der Kreis der kleinen Helferleins.
2009-12-18 10:48:00
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Welcher Anbieter!?
Würde mich auch interessieren, ob es bereits Provider gibt die das Handy anbieten...Gast
schickes Teil
nur bei welchem Betreiber bekommt man das? Will es nicht entsperrt kaufen!Gast
Solarhandy
Bei den solarbetrieben Taschenlampen hats das ja auch schon gegeben. Bin mir nicht sicher, ob es sich bei den Handy durchsetzen wird. Mein Handy ist zumindest immer in der Hosentasche, da kommt nicht viel Licht rein...Gute Idee, geringe Energieeffizienz
Die Idee Handys mit erneuerbaren Energien zu speisen finde ich toll. Bei der Solarernegie kann ich mir aber vorstellen dass die Energieeffizienz etwas gering ist. Ich würde mir wünschen dass in Zukunft die Hersteller vermehrt in diese Richtgung gehen, schade nur dass mit den Touchscreenern der Weg in eine komplett andere Richtung geht - die sind viel Energie-hungriger als alte Monochrom Geräte! Aber ein richtiger Schritt...