HTC HD2 – Supersize me!


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HTC HD2 – Supersize me!








21.01.2010, 16:41 Uhr

Fehlt was?

Die Ausstattungsliste des HTC HD2 ist komplett. Würde es sich um ein Auto handeln, hätten wir es mit einem E-Klasse- oder sogar S-Klasse-Mercedes zu tun. Einziger Unterschied: Bei Autos lässt sich immer noch das eine oder andere Extra dazu erwerben. Bei einem Mobiltelefon ist das nicht möglich, zumindest noch nicht…

Der Motor…

...um beim Autojargon zu bleiben, ist ein mächtiger Snapdragon-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz, gewissermaßen ein Twin-Turbo V16 Motor mit ordentlich Zunder zum Gasen. Das hat das Gerät auch bitter nötig, wurde beim Touch HD, dem Vorgänger, doch manchmal festgestellt, dass das Gerät beim Bildaufbau etwas ruckelt. So ein Motor hat aber auch mächtig Durst, bzw. in unserem Fall nicht der Prozessor, sondern das Display. Eine „Start-Stop“-Automatik, wie sie heutzutage vermehrt bei Fahrzeugen mit grünem Punkt zur Anwendung kommt, findet sich im umgekehrten Sinne auch beim HD2: Während des Telefonierens schaltet sich beispielsweise das Display ab, beim Entfernen vom Ohr schaltet sich der Bildschirm automatisch wieder zu.

Trotz alledem muss das Gerät aber nach gut zwei Tagen zum Aufladen des LiIon-Akkus (1.230 mAh) in die Box, was natürlich immer von der tatsächlichen Inanspruchnahme abhängt. Der Boxenstopp gerät zu einer eher geruhsamen Angelegenheit. Während das Sony Ericsson Satio oder das Samsung S8000 Jet mit Ladezeiten von gut zwei Stunden zu Rande kommen, muss sich der HD2-Fahrer auf etwa 3 Stunden einstellen.

Connect me!

An technischen Finessen hat das HD2 so ziemlich alles zu bieten: Mit dem Download-Turbo HSDPA (bis zu 7,2 Mbit), HSUPA von bis zu 2 Mbit für den schnellen Upload und WLAN braust man durch das Web und kann in Sekundenschnelle Dateien, E-Mails etc. herunterladen. Quadband, GPRS mit EDGE und Bluetooth sind eine Selbstverständlichkeit. Dank GPS mit A-GPS - die Berechnung erfolgt onboard – kann jeder sein HD2 zu einem mobilen Navigationsgerät aufrüsten, über eine mehr als ausreichende Größe verfügt das Display ja. Entsprechende Software ist mit CoPilot Live (Version 8) jedoch nur als Testversion verfügbar, für den Notfall stehen aber ein digitaler Kompass sowie Google Maps zur Verfügung. So ziemlich das einzige, was fehlt, ist ein TV-Ausgang, schade eigentlich. Dafür können x-beliebige Kopfhörer über die Klinkenbuchse angeschlossen werden.

Bleibende Momente ins rechte Bild zu rücken…

…ist für das HD2 kein Problem. Endlich hat sich HTC des leidigen Themas Kameraqualität angenommen! Dem 5-Megapixler wurde diesmal auch eine LED-Leuchte, ja sogar ein Dual-LED-Blitz, spendiert. Allerdings klappt das Zusammenspiel zwischen Leuchte, Kamera und Weißabgleich nicht ganz optimal, die Bilder wirken überbelichtet, wenn das Aufnahmeobjekt der Linse zu nahe kommt, und bläulich. Kommt die Kamera des Nächtens zum Einsatz, um beispielsweise Gebäude abzulichten (wobei der Einsatz der LED-Leuchte ja keinen Sinn macht), tritt merkliches Farbrauschen auf.

Nichts desto trotz hat HTC hier die wohl bislang beste Kameraleistung abgeliefert: Es stehen nicht nur zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung (Weißabgleich, Belichtungskorrektur, Zeitstempel, manuelle ISO-Wahl), sondern darüber hinaus ein selektiver Autofokus, wie er 3GS-Nutzern schon bekannt ist! Was heißt das? Am Display, das ja gleichzeitig als Sucher dient, kann jener Bereich ausgewählt werden, auf den die Kamera fokussieren soll, um ihn hervorzuheben. Das funktioniert soweit auch ganz gut, allerdings konnten wir nicht feststellen, dass die anderen Bereiche deutlich an Schärfe verloren hätten.

Kamera mit Turbo!

Eine Auswahl an Motivprogrammen ist nicht gegeben, erneut eine Parallele zum Apfeltelefon. Dafür verfügt auch der Fotoapparat über einen Turbo: Nach einer Sekunde ist die Kamera startklar, und im Sekundentakt kann’s schon wieder weiter gehen, was für eine Autofokus-Kamera ein brillanter Wert ist. Die Qualität der Aufnahmen ist bei guter Ausleuchtung tadellos, ziemlich kontrastreich und mit prächtigen Farben. Hier hat HTC wirklich viel verbessert, auch wenn es noch immer ein gehöriger Sprung zur absoluten Oberliga der reinen Fotospezialisten ist.

Auch für einen Videodreh ist das HD2 zu haben, mit VGA-Auflösung als Maximalgröße und als MPEG4 oder als H.263. Weißabgleich sowie Helligkeit lassen sich einstellen und über das Kunstwerk kann auch noch ein Filter gelegt werden.

Footprints, Fußabdrücke

„Footprints“ wurde eine Anwendung sinnigerweise genannt, die erstmals im HTC Touch Cruise zum Einsatz gelangte. Dabei handelt es sich um ein Geo-Tagging-Service, welches sich beliebte Plätze, versteckte Boutiquen oder nette Restaurants merkt, auf das sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder gefunden werden. Einfach vom Objekt der Begierde eine Aufnahme machen und diese automatisch mit den GPS-Positionsdaten versehen, und der intelligente Begleiter wird in Zukunft jederzeit wieder an diesen Ort zurückfinden. Die Daten können nämlich zusätzlich in Google Maps eingebunden werden. Den Footprints können aber auch Notizen, Telefonnummern, Voice Memos, oder Webadressen hinzugefügt werden, um sie zu präzisieren und somit die eigene Erinnerung zu unterstützen. Ein überaus praktisches Tool!

Ohrenschmaus gefällig?

Zwar ist unser Testkandidat eigentlich im Business-Segment angesiedelt, wer will, kann aber aus dem HD2 trotzdem eine richtige Musikmaschine machen. Die besten Voraussetzungen bringt das Gerät jedenfalls mit: Optional kann in eine microSD-Speicherkarte mit bis zu 32 GB Speicherplatz investiert werden, wodurch in Verbindung mit dem internen Speicher sogar das „große“ iPhone 3GS an Speicherplatz übertroffen wird. Die erwähnte Klinkenbuchse bringt es zudem mit sich, dass auch parallel zum Aufladen des Gerätes oder während das HD2 über USB-Kabel mit einem PC verbunden ist, problemlos Musik gehört werden kann, und dass sogar noch mit den Lieblingskopfhörern.

umfangreicher Equalizer

Was von HTC im Menü als Audioverstärker bezeichnet wird, ist eigentlich ein Equalizer, der enorme Feinabstufungen des Klangerlebnisses ermöglicht - und nicht nur diverse vordefinierte Presets: 10 Frequenzbänder mit jeweils 12 (!) Feinabstufungen stehen zur Verfügung und lassen sich in einem eigenen Benutzerprofil verwalten. Dadurch verwandelt sich die Arbeits- zur Soundmaschine, bessere Kopfhörer vorausgesetzt. Das mitgelieferte Headset ist fürs Telefonieren ausgelegt, nicht aber um sich dem musikalischen Hochgenuss hinzugeben. Höhen kommen zwar recht gut rüber, im Bassbereich hingegen vermissen wir Reserven, wodurch die Kompositionen in Summe an Volumen verlieren.  

Die Musikbibliothek lässt sich nach Interpreten, Alben, Titel, Genres und Komponisten sortieren und auch eigene Playlists können ganz einfach erstellt werden. Im Music-Player werden neben Titel und Name des Interpreten auch noch Albumtitel sowie das dazugehörige Albumcover angezeigt. Vor- und Zurückspulen innerhalb eines Songs beherrscht der Musikus nicht, Endless-Mode und Zufallswiedergabe sind hingegen schon möglich.

Für den Einsatz als Radio ist der Anschluss des Headsets erforderlich; sonst lässt sich die Radioanwendung gar nicht erst starten, da das Verbindungskabel zu den Stöpseln auch als Antenne dient. Zwar verfügt das Radio über einen Sendersuchlauf, es scannt „alle verfügbaren“ Radiostationen und legt diese im Stationsspeicher ab, allerdings blieben im Praxistest etliche Sender  unberücksichtigt und mussten manuell hinzugefügt werden. Zu schwacher Empfang? Wir wissen es nicht. Dafür wird dank RDS der Name der eben gehörten Radiostation angezeigt.

Auch zum Beschneiden von Musik bietet das HD2 geeignete Software. Der so zurechtgemachte Track kann als Klingelton verwendet werden, ohne dass die Originaldatei verändert wurden muss.

Auch als Social Surfboard bestens geeignet

Twitter- und Facebook-Clients sind vorinstalliert, um mit den Liebsten laufend in Kontakt zu bleiben. Die Telefonbucheinträge können mit den Kontakten auf Facebook verknüpft werden, um Geburtstage, Statusmeldungen etc. vom Telefon aus sichtbar zu machen. So wird keine IInformation mehr verpasst.

HD2, das Arbeitstier

Bei so viel Fun könnte glatt vergessen werden, dass der eigentliche Daseinszweck des HTC-Riesen ja das Arbeiten ist. Diese Tatsache geht aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten, wie man sich sonst mit dem Gerät beschäftigen kann, fast unter. Auch was das große Business anbelangt, hat sich HTC nicht damit begnügt, nur an der Oberfläche zu kratzen:

Mit dem Kalender lassen sich Termine organisieren und im Überblick behalten. Gewählt werden kann zwischen Tages-, Wochen- und Monatsansicht, bei der Terminerstellung können Ort und Teilnehmer festgelegt werden und auch gleich per Mail oder vCard informiert werden. Der Eintrag wird automatisch mit den zu erwartenden Wetterdaten verknüpft, damit man weiß, ob mit Regenschauern, Schneefall oder großer Hitze zu rechnen ist – ziemlich praktisch! Auch bei gesperrtem Display wird der nächste anstehende Termin angezeigt.

Auch die Entwicklung von Aktienkursen kann im Auge behalten werden, eine entsprechende App ist in den Homescreen der HTC Touch Flo Oberfläche eingebunden. Herangezogen werden Daten von Yahoo Finance, Kenner wissen, dass es sich dabei nicht um Realtime-Kurse handelt.

Arbeiten bis der Akku ausgeht...

Eingehende E-Mails landen im Outlook, ihre Ankunft wird mit einem akustisch quittiert. Entgangene Anrufe scheinen in den Nachrichten auf und nicht, wie meist üblich, am Startbildschirm.

Aber was wäre das für ein Windows-Mobile-Gerät, das nicht über Office Mobile verfügt? Excel-, Worddateien und Notes lassen sich nicht nur betrachten, sondern auch gleich bearbeiten. Auch ein PDF-Viewer ist an Bord. World Card Mobile ist eine Anwendung, die gleich nach dem ersten Einsatz nicht mehr wegzudenken ist: Der Visitenkartenscanner übernimmt durch bloßes Abfotografieren einer Visitenkarte alle Daten wie Name, Firma, Anschrift, Telefonnummern, E-Mail-Adresse und Position ins Telefonbuch. Der Vorgang ist unglaublich simpel, geradezu verblüffend. Umso erstaunlicher, dass die Informationen auch korrekt übernommen werden.

Überaus praktisch ist auch das Tool WLAN-Router: Hierbei übernimmt das Gerät die Funktion eines Routers. Freunde und Kollegen können, mit dem entsprechenden Zugangspasswort über das HTC HD2 ins Internet einsteigen. Belastet wird dabei das Datenvolumen des Mobilfunktarifs.

Auch der Sprachrekorder erweist sich als ziemlich nützlich, wenn unterwegs Informationen rasch festgehalten werden sollen. Anschließend lassen sich die Voice-Memos per Mail als Audiodatei versenden, um den Informationsfluss am Laufen zu halten.


 

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Moritz

3. September 2010 - 14:55

Lautsprecher

Man kann dem Beitrag sicher zustimmen. Allerdings vermisse ich bei Ihnen, wie auch bei vielen anderen Reviews immer wieder, dass die Qualität des Lautsprechers und der Freisprecheinrichtung miserabel ist. Für ein so teures Gerät unakzeptabel. Navigation bei entsprechender Lautstärke grauenhaft. Warum sagt niemand dass dieses Problem, was auch im Internet schon mehrfach bemängelt wurde, da ist. Jeder, auch sie in Ihrem Beitrag, lässt dies unerwähnt oder haben sie etwa bessere Geräte zum testen?

TarifAgentin

23. Juni 2010 - 13:48

Antwort: Wetter

Hallo Mimm, die Funktion mit den Wetterinformationen, die in animierter Form am Homescreen vorbeiziehen, kann nach unserem Wissensstand nicht deaktivert werden. Dieser Prozess ist jedoch ein einmaliger, danach kehrt Ruhe ein. Sollte die Sorge sein, dass da ständig was am Bildschirm herumwummert, so können wir diese getrost entkräften. ;-)

Mimm

23. Juni 2010 - 9:17

Wetter

Hallo, kurze frage zum Thema Wetter. Kann diese Funktion auch wieder abgeschaltet werden und wenn ja wo und wie ? MfG Mimm


2010-01-21 16:41:00

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