Lupe

Musik am Handy


Apple mit iTunes oder Coca Cola mit MyCokeMusic haben es ja schon am PC vorgemacht. Nachdem die Gesetzgeber den diversen Musik-Tauschbörsen einen rechtlichen Riegel vorgeschoben haben, sind nun die Mobilfunkbetreiber auf den Plan getreten, um das entstandene Vakuum zu füllen.

Doch mal ehrlich: Musik will man ja ganz besonders unterwegs dabei haben, beim Joggen oder einfach nur um sich die Fahrzeit in U-Bahn, Bus oder Zug zu verkürzen.

Und was wäre naheliegender, als die private Musiksammlung gleich am Handy mitzutransportieren? Schließlich ist es ja sowieso fast immer und überall mit dabei und das Synchronisieren mit dem PC entfällt auch!

Und das Beste: Unabhängig vom aktuellen Aufenthaltsort können Tracks heruntergeladen werden, um die Musiksammlung auf den neusten Stand zu bringen!


04.11.2009, 12:21

Unterschiedliche Modelle

Die Mobilfunkbetreiber Österreichs bieten unterschiedliche Modelle an:

  • „Pay per Track“: Verrechnet wird jeder einzelne heruntergeladene Titel (ähnlich wie bei iTunes oder MyCokeMusic).  A1, T-Mobile oder Drei haben sich für diese Variante entschieden.
  • Abonnement: Bei Abos können beliebig viele Tracks auf das Handy geladen werden. Nur der Speicher des Handys setzt dabei Grenzen. Nachdem heute aber schon so manche Geräte Speicherkarten bis zu 8 GB und mehr unterstützen, werden diese Kapazitäten in Zukunft noch zunehmen und genügend Speicherplatz auch für eine umfassende Musiksammlung bieten.
Beide Modelle haben Vor- und Nachteile.

04.11.2009, 12:29

Abonnement versus "Pay per Track"

Wenn ein Betreiber verspricht, dass mit einem unlimitierten Abo-Angebot endlos viel Musik heruntergeladen werden können, dann stimmt das zwar. Allerdings sind die Stücke auch nur auf dem Handy sowie zusätzlich auch auf dem mit dem Handy synchronisierten PC nutzbar.

Dies hat folgenden Hintergrund: die einzelnen Titel sind DRM-geschützt, sprich kopiergeschützt. Sie werden dem Kunden für bestimmte Zeit bereitgestellt und können nach Beendigung des Abos nicht mehr abgespielt werden.

Anders verhält es sich bei „Pay per Track“ Modellen. Hier wird pro Download und Titel bezahlt. Dabei wird auch das Nutzungsrecht erworben, ähnlich wie bei einem Tonträger. Diese Variante wird von allen großen Betreibern, mit Ausnahme von Orange, angeboten. Die Preise bewegen sich pro Einzeltitel zwischen 99 Cent und 1,99 EUR. Bei einem kompletten Album rangieren sie zwischen 7,90 EUR und 19,90 EUR.

Aus diesem Grund ist es notwendig, sich vorher zu fragen, welcher Typ man ist!

04.11.2009, 12:31

Welcher Typ bin ich?

Zählen Sie zu jenen Menschen, die liebend gerne Musik hören und trotz allem nur hie und da in neue Titel investieren (möchten), wird „Pay per Track“ das Richtige für Sie sein. Sie können diese Titel, da Sie ja auch die Nutzungsrechte erworben haben, auch auf CD brennen, und sie somit auch im Autoradio oder auf der heimischen HiFi-Anlage abspielen.

Wollen Sie musiktechnisch immer am aktuellen Stand sein, viele Titel Probe hören und die Charts genau verfolgen, so sind Sie mit einem Abo wohl besser bedient.

Übrigens, das Abspielen auf hochwertigen Geräten ist auch bei Abos möglich – dank eines kleinen Hintertürchens. Neue Autoradios verfügen beispielsweise oftmals über einen AUX-Eingang, an welchen das Handy angeschlossen werden kann. So steht auch während der Autofahrt Musik am Handy“ zur Verfügung. Bei HiFi-Anlagen sind solche Eingänge ebenfalls Gang und Gebe.
Wichtig ist allerdings, dass Sie sich schon vor dem Kauf eines Mobiltelefons schlau machen, ob das beim gewünschten Modell auch passende Adapter zu kaufen gibt. Diese Auskunft erhalten Sie entweder direkt im Shop des Betreibers oder im Fachhandel.

04.11.2009, 12:33

Kann der DRM-Schutz umgangen werden?

Die bei Musikabonnements angebotenen Titel sind durchwegs DRM-geschützt (kopiergeschützt). Je nach Anbieter stehen dem Kunden zwischen zwei und 4,5 Millionen Tracks zum Download bereit. Verständlicherweise wollen sowohl die Musikindustrie als auch die Mobilfunkbetreiber es umgehen, dass Heavy User Tausende von Titeln herunterladen und im Anschluss ihr Abonnement kündigen oder die Titel auf CDs brennen und verhökern. Es sollen ja auch die Künstler, Produzenten etc. etwas davon haben.

TarifAgent hat ein kleines Hintertürchen gefunden, wie der DRM-Schutz umgangen werden kann. Wir machen unsere User jedoch darauf aufmerksam, dass diese Vorgehensweise rechtlich nicht korrekt ist!
Schließt man sein Handy an die HiFi-Anlage an und spielt Musik vom Handy ab, können über eine Verbindung (etwa einen MiniDisc-Recorder) die einzelnen Titel auf den kleinen Silberscheiben gespeichert werden. Man muss allerdings 1: 1 kopieren, das bedeutet, dass die Dauer des Kopiervorganges von der Länge des Tracks abhängig ist. Das macht diese Variante ziemlich umständlich und erinnert ein bisschen an die guten alten Zeiten des auf Kassette Überspielens. Aber wie gesagt, diese Variante ist nicht legal und es soll daher davon Abstand genommen werden.

04.11.2009, 12:36

Wie ist die Qualität?

Die einzelnen Titel bieten durchwegs CD-Qualität mit einer Bit-Rate von 192 Kbit/s.
Höhere Bitraten würde die Qualität zwar noch verbessern, dies hätte aber zwei Nachteile:
Zum einen gewinnen die einzelnen Musikdateien dadurch an Größe, was zu einer geringeren Anzahl an speicherbaren Titeln auf der Speicherkarte führen würde.
Zum anderen schlagen sich höhere Bitraten auch in längeren Wartezeiten beim Download nieder. Mit 192 Kbit/s kann in UMTS-versorgtem Gebiet innerhalb kürzester Zeit ein Track heruntergeladen werden.

Hinzu kommt noch, dass Endgeräte oftmals mit eher mittelmäßigen Kopfhörern bestückt werden. Eine Verdoppelung der Bitrate bringt rein gar nichts, wenn das Headset die entsprechende Leistung nicht weitergeben kann. Von den in den Mobiltelefonen integrierten Lautsprechern einmal ganz zu schweigen. Mit den 192 kbit/s ist somit ein guter Kompromiss gelungen – es handelt sich hierbei um herkömmliche Bitraten von MP3-Dateien.

04.11.2009, 12:37

Muss beim Download von Musik der Datenverbrauch extra bezahlt werden?

Entscheidet man sich für ein Musikangebot eines Mobilfunkbetreibers, ist das aufkommende Downloadvolumen am Musikportal der Datenverbrauch bereits abgedeckt und nicht mehr zu zahlen. Das gilt sowohl für die Abonnements, als auch für „Pay per Track“.

Anders hingegen, wird ein fremdes Portal für den Download gewählt: Hier wird, verbindet sich beispielsweise ein iPhone-Besitzer mit dem iTunes Store, der anfallende Dateidownload verrechnet.

Auch vor Reisen ins Ausland sei gewarnt: Lädt man von dort Titel vom Musikportal seines Betreibers auf sein Handy, ist zwar der Datenverbrauch für den Download gratis, allerdings fallen Gebühren für Roaming an, die sich dann schnell mal in mehreren hundert Euro niederschlagen können. Deshalb lieber noch vor dem Urlaub die Musiksammlung updaten, bevor mit der nächsten Rechnung das böse Erwachen kommt.

04.11.2009, 12:39

Gehe ich eine Bindung ein?

Die Betreiber wollen mit ihren Musikangeboten die Kunden natürlich auch binden. Bei den Abos und Paketen gibt es somit bei allen Betreibern in Österreich eine Bindungsdauer von 24 Monaten ab erfolgter Anmeldung, mit Ausnahme von Drei.
04.11.2009, 12:40

Was passiert, wenn ich mein Paket nicht verlängern möchte?

Hier hängt es wieder davon ab, welche Variante gewählt wurde. Bei „Pay per Track“ stehen auch nach der Kündigung dieser Zusatzoption die Titel frei zur Verfügung. Hier hat ja tatsächlich ein Kauf eines Titels stattgefunden.

Anders verhält es sich bei den Musik-Abos: Dabei wird die Musik nur gemietet. Nach Beendigung des Abonnements bleiben zwar die einzelnen Tracks auf dem Handy gespeichert, allerdings können diese nicht mehr abgespielt werden.

Orange geht mit einem Hybridmodell einen anderen Weg:

Der Mobilfunkbetreiber Orange hat in Kooperation mit Sony Ericsson ein Hybridmodell mit dem Namen PlayNow plus auf den Markt gebracht. Hier geht der Kunde eine 24-monatige Bindung ein und es können beliebig viele DRM-geschützte Songs heruntergeladen werden. Zusätzlich erhalten die Kunden 200 ihrer meist abgespielten Tracks nach Ablauf eines Jahres kopierschutzfrei,  die dann auf CDs oder anderen Datenträgern gespeichert werden können. Zusätzlich werden die Geräte, die PlayNow plus unterstützen, schon vorab mit 1.000 DRM-freien Tracks bespielt.

04.11.2009, 12:43

Welche Endgeräte können genutzt werden?

Prinzipiell unterstützt jedes Endgerät die Musikangebote der Betreiber. Einzige Voraussetzung ist, dass das Gerät über einen Media-Player verfügt, welcher die gängigen Audioformate erkennt, und dass es eine Internetverbindung herstellen kann. Details erfahren Sie bei den Netzbetreibern direkt, entweder im Shop oder über deren Service-Hotline.

Orange ist dahingehend eine Ausnahme: Hier unterstützen nur einige Modelle der Walkman-Serie von Sony Ericsson, die über Orange erworben werden, das Musik-Abo PlayNow plus. Künftig sollen jedoch alle Sony Ericsson Modelle PlayNow-plus-fähig sein.

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