Lupe

Mobiles Internet lässt Maschinen miteinander sprechen


16.12.2011, 09:11

Mobilfunktechnologie bringt nicht nur die Menschheit einander näher, sondern zunehmend auch Maschinen. Beispiele für Anwendungsgebiete für das sogenannte "Internet der Dinge" sind intelligente Strommeßgeräte oder elektronische Verkehrsleitsysteme.

Das "Internet der Dinge"
vernetzt den Alltag
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Wachstumsmarkt Machine-To-Machine Kommunikation

10 Millionen Geräte werden im Jahr 2015 in Deutschland miteinander vernetzt sein. 2009 waren es noch rund 3,5 Millionen. Während Menschen auf immer neuen Kanälen kommunizieren, haben auch Maschinen das Sprechen gelernt: Via SIM-Karte oder Internet können sie automatisch Informationen austauschen. Durch diese Machine-to-Machine Kommunikation (M2M) entsteht ein Internet der Dinge, in dem immer mehr Gegenstände miteinander vernetzt sind.

1,4 Prozent aller SIM-Karten auf der Welt vernetzten im Jahr 2009 Maschinen mit Maschinen. In den USA ist die Quote mit 4,3 Prozent am höchsten. Aus einer von der E-Plus Gruppe erstellten Studie geht hervor, dass im Jahr 2013 über 5 Millionen M2M-SIM-Karten auf dem deutschen Markt im Einsatz sein werden. Größter Wachstumstreiber ist das Segment Tracking & Tracing mit einer erwarteten durchschnittlichen Wachstumsrate von 30 Prozent. Die am schnellsten wachsende M2M-Sparte mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von knapp 50 Prozent ist die Sparte Consumer Electronics.

LTE und Automotive

Machine-To-Machine-Kommunikation soll aber auch das Autofahren sicherer machen. Getestet werden gerade Autos, die bei einem Unfall nachfolgende Fahrzeuge auf die Gefahrenstelle hinweisen und zum Bremsen auffordern. 100 Millisekunden braucht ein Auto im LTE-Mobilfunknetz, um einen Unfall an ein nachfolgendes Fahrzeug zu kommunizieren. Mit bisherigen Technologien dauert es bis zu fünfmal länger.

Mit eCall, dem von der Europäischen Union geplanten Notrufsystem für Fahrzeuge, können Autos bei einem Unfall automatisch einen Notruf absetzen, um Feuerwehr und Krankenwagen zu informieren. Laut der Europäischen Kommission für Information, Gesellschaft und Medien benötigen die Rettungskräfte nur die halbe Anfahrtszeit, wenn sie bei einem Unfall per eCall automatisch gerufen werden.

Ende 2010 hatten in Europa bereits über vier Millionen Automobile ein M2M-Gerät an Bord. Anwendung Nummer eins sind Tracking Module, die im Falle eines Diebstahls das Fahrzeug orten und einen Alarm auslösen können. Bis zum Jahr 2015 sollen 28,7 Millionen Fahrzeuge mit M2M-Technik ausgestattet sein.

Intelligente Haustechnik

Auch digitale Stromzähler, die für jedes Elektrogerät separat den Stromverbrauch analysieren, sind bereits Realität. 3,6 Millionen dieser intelligenten Messgeräte wurden im Juni 2010 in den deutschen Haushalten gezählt. Sie erfüllen insbesondere einen nachhaltigen Zweck: Privathaushalte können mit intelligenter Steuerungstechnik für Licht, Heizung und Strom den Stromverbrauch um bis zu ein Drittel eindämmen.

Diese sogenannten Smart-Meter Lösungen basieren ebenfalls auf der Vernetzung von Maschinen. Mobilfunkprovider stellen das Netz und die SIM-Karten, über die Maschinen miteinander vernetzt werden. Der Heizungshersteller Viessmann entwickelte zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Vodafone intelligente Heizungsanlagen, die sich zu jeder Zeit und von jedem Ort via Handy kontrollieren und steuern lassen.

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