Bei iPhone-Hersteller Foxconn "erkranken" 250 Arbeiter
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Der nächste Vorfall!
Schon im Frühling des heurigen Jahres wurde mehrmals über die schlechten Arbeits- und Entlohnungsbedingungen bei Foxconn berichtet. Unter Arbeitsbedingungen, die an Sweatshops erinnern, müssen die Arbeiter mit militärischer Präzision Produkte für Apple & Co fertigen. Die Gewinnmargen sind gering, folglich wird auf die Belegschaft hoher Druck ausgeübt, der von den politischen Machthabern unterstützt wird. Dies führte so weit, dass seit Jahresbeginn nunmehr zehn Mitarbeiter von Foxconn den Freitod gewählt haben, indem sie sich von Firmengebäuden stürzten.
Wie reagierte Foxconn?
Anstatt die Arbeitsbedingungen und das Gehaltsschema zu verbessern, hatte Foxconn in einem ersten Schritt Fangnetze auf den Firmengeländen aufstellen lassen, welche einen Suizid unmöglich machen sollen. Schließlich ist es für Apple und andere westliche High-Tech-Unternehmen durchaus delikat, mit derlei Schlagzeilen in die Medien zu geraten. Das Saubermann-Image leidet gehörig darunter. In unserer "heilen Welt" wundert man sich einfach nur über den Umstand, dass solche Praktiken auch im postindustriellen Zeitalter noch möglich sind. Dass seitens der Firmenleitung kein Verständnis für die bescheidenen Anliegen der Belegschaft entgegengebracht wird, lässt auf mehr als nur mangelnde Wertschätzung den Mitarbeitern gegenüber schließen. So betrachtet handelt es sich wohl eher um Arbeitssklaven, denn um Mitarbeiter.
Apple wird es zu bunt
Wohl nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Kritik dürfte nun auch der Auftraggeber Apple Druck auf die Firmenleitung von Foxconn ausgeübt haben. So werden mittelfristig die monatlichen Löhne von umgerechnet 120 EUR auf 241 EUR verdoppelt, eine erste Steigerung soll im Oktober mit 30 Prozent erfolgen. Auch Überstunden sollen künftig reduziert werden und eine Hotline, um Hilfsbedürftigen eine Anlaufstelle zu bieten, ist geplant. Die Hinterbliebenen der Suizidopfer erhalten hingegen keine Entschädigung.
Aus der Geschichte nichts gelernt - erneute Vorfälle
Nun kam es aber zu erneuten Vorfällen: 250 Mitarbeiter sind im Werk im indischen Chennai plötzlich "erkrankt". Ursache ist vermutlich ein auf dem Werksgelände eingesetztes Pflanzenschutzmittel, teilte das taiwanische Unternehmen mit. Die Fabrik musste am Montag vorübergehend geschlossen werden. Die Mitarbeiter klagten über Schwindelgefühle und Übelkeit, seien aber laut Foxconn schon wieder auf dem Weg der Besserung.
Namhafte Hersteller fertigen bei Foxconn
In den Fabrikshallen von Foxconn werden nicht nur iPhones und iPads produziert, sondern auch Produkte von Dell, Nintendo, Nokia, Sony und Hewlett-Packard. Bedenkt man, dass ein iPhone 4 in Einzelteilen 189 Dollar kostet, aber dann jenseits der 1.000 EUR verkauft wird, so wirkt der Stundenlohn eines Foxconn-Arbeiters mit 1,50 EUR (bei 241 EUR Monatslohn zu 160 Stunden Arbeitszeit - wobei ein Arbeiter für gewöhnlich eine viel größeres Arbeitspensum zu leisten hat) geradezu lächerlich.
Apple, schäm Dich!
Wenn ein Gerät dann um 1.049 EUR (iPhone 4 mit 16 GB) verkauft wird, kann man sich ausrechnen, wie hoch die Marge für Apple ausfällt. Es liegt somit in unser aller Verantwortung und Macht, als mündige Konsumenten gegen diese Form des modernen Sklaventums vorzugehen. Darauf zu vertrauen, dass Codes of Ethics von Herstellern, sei es jetzt Textil oder High-Tech, umgesetzt werden, ist aktuell noch immer ein Wunschtraum. Jede Verbesserung der Situation der betroffenen Mitarbeiter in den Billiglohnländern bedingt höhere Produktionskosten am anderen Ende des Globus. Die Auftraggeber werden sich solange nach Billig-Produzenten umsehen, welche die Menschenrechte mit Füßen treten, bis sich eine relevante Konsumentenschar entschieden gegen derart produzierte Ware ausspricht.
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