Lupe

Wenn das Handy mit dem Kühlschrank spricht...


01.07.2010, 10:53

„Vom Internet in der Hosentasche zur vernetzten Gesellschaft“ lautete der Titel einer Presseveranstaltung, bei der Ericsson die Ergebnisse einer in Österreich durchgeführten Consumer Studie präsentierte. Die Welt von übermorgen wurde skizziert als vernetzte Gesellschaft, in der Geräte, Orte und auch Menschen permanent miteinander kommunizieren werden.

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Österreich-Länderstudie aus Schweden

Im Ericsson ConsumerLab erhebt Ericsson bereits seit 1995 weltweit das Nutzerverhalten im Hinblick auf Computer, Internet und Telefonie, um das Verhalten der Konsumenten besser zu verstehen und daraus entsprechende Strategien zu entwickeln. In der aktuellen Studie befragte das Unternehmen rund 27.000 Menschen in 14 Ländern. In Österreich wurden ergänzend - Österreich wird bei der weltweiten ConsumerLab-Studie nicht berücksichtigt - 1250 Personen von 15 bis 69 Jahren zum Teil persönlich, zum Teil online interviewt.


Österreicher weltweit führend bei Nutzung von mobilem Breitband

Österreich gilt mit einer Durchdringung von 16 Prozent als weltweites Vorzeigeland in Sachen mobiles Breitbandinternet, zeigt sich Christian Untersteiner, Head of Practice Consumer & Business Applications für die Region Western & Central Europe, erfreut. Damit hat die Alpenrepublik sogar das technologieaffine Schweden um drei Prozentpunkte abgehängt, vom europäischen Durchschnitt ganz zu Schweigen. Nur jeder zwanzigste Europäer (5 Prozent) nutzt derzeit mobiles Breitband.

Dabei sind die Österreicher, was die Akzeptanz von neuen Technologien anbelangt, ansonsten eher zurückhaltend. So haben sich Flachbild-Fernseher, wohl noch als Nachwehen der Fußball-Europameisterschaft 2008, Laptops und Netbooks als des Österreichers technologische Schlüsselprodukte herauskristallisiert.

Breitband ist nicht gleich Breitband

Eigentlich sollte man meinen, dass eine hohe Akzeptanz von mobilem Breitband eine ebensolche bei Festnetz-Breitband bedingt. Dass dem nicht so ist, belegen die Zahlen. In knapp der Hälfte aller österreichischen Haushalte ist ein superschneller Internetanschluss vorhanden, EU-weit sind es hingegen deutlich mehr, nämlich 72 Prozent.

Vorsichtige Konsumenten hat das Land

Dass Österreicha us Konsumentensicht als das Mobilfunkparadies schlechthin gilt, ist hinlänglich bekannt. Unsere Nachbarn beneiden uns ob der wohlfeilen Mobilfunkgebühren, eine gegenläufige Tendenz zeichnet sich - zumindest derzeit - nicht ab. Eigentlich sollte durch das günstige Preis-Leistungsverhältnis der Weg für die rasche Implementierung neuer Technologien geebnet sein. Auch hier straft uns die Statistik lügen, lässt sich doch die breite Masse in unserem Land reichlich Zeit, wenn es um technische Innovationen geht, zumindest im europaweiten Vergleich.

Dass dem so ist, sieht Untersteiner multifaktoriell begründet, wobei sich sehr viel in den Köpfen der Konsumenten abspielen dürfte. So wurde in der Befragung einerseits mangelnde Infrastruktur als Argument genannt. Insbesondere im ländlichen Raum wird davon ausgegangen, dass die Nutzung von technologischen Errungenschaften im unmittelbaren Umfeld gar nicht erst möglich ist, diese Infrastruktur wird vielmehr den städtischen Ballungszentren zugestanden.

Geistige Barrieren durch intransparente Preisgestaltung

Der zweite, wesentlich gewichtigere Grund liegt den Umfrageergebnissen zufolge in einer stark ausgeprägten Verunsicherung der Verbraucher seitens der mit der Nutzung von neuen Technologien verbundenen Kosten. Insbesondere beim Mobilfunk hat eine intransparente Vertragsgestaltung mit Zusatzklauseln und jeder Menge Kleingedruckten den an Tarifen und Technik weniger interessierten Durchschnittsuser extrem vorsichtig gemacht, frei nach dem Motto: „Lieber erst gar nicht die Taste, die ins Internet führt, berühren, denn dies könnte eine Rechnung von mehreren Tausend Euro nach sich ziehen.“

„Das stellt die Betreiber vor neue Herausforderungen in punkto Qualität, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit der Infrastruktur“, fasst Untersteiner zusammen. Aber auch die Beseitigung der geistigen Barrieren für mobiles Internet mit verständlicheren Angeboten und Flatrate-Modellen sollte im Fokus der Betreiber liegen, so seine Empfehlung.

Das Leben im Jahr 2020

Bis 2020 erwartet Ericsson 50 Milliarden vernetzte Devices, derzeit sind es etwa 700 Millionen. „Alles, was durch eine Datenverbindung einen Mehrwert erhält, wird angebunden sein“, skizziert Untersteiner die Zukunft. Zum Beispiel wenn wir im Supermarkt vor dem Kühlregal stehen und wissen möchten, was im heimischen Kühlschrank gerade lagert. Oder der Hausarzt, der rund um die Uhr mit seinen Patienten vernetzt ist (E-Health). Oder der Geschirrspieler, der sich an den Stromspitzen orientiert und sich zum wirtschaftlich und für die Umwelt günstigsten Zeitpunkt einschaltet. Oder der öffentliche wie auch private Straßenverkehr, welcher zunehmend zentral gesteuert sein wird.

Auf jeden Erdenbewohner werden so mehr als sieben Geräte kommen, die wiederum mit anderen kommunizieren (Machine-to-Machine-Anwendungen). Die Basis dafür bildet die Breitband-Technologie, sie macht diesen hohen Grad der Vernetzung erst möglich, resümiert Untersteiner.

So ist es wenig überraschend, dass der weltweit führende Anbieter von Technologien und Dienstleistern für die Betreiber von Telekommunikationsnetzen mit der „Vision von der vernetzen Welt, in der Menschen, Orte, aber auch Geräte miteinander kommunizieren können“ im Hintergrund agiert.

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Mobiler Surfer

2. Juli 2010 - 0:12

Full Speed!

Na da werden ja bald gehörige Mengen durch uns durch schießen wenn die Zahl der User die mobile Geräte für Downloads etc. nutzen so stark ansteigt. Ob das gesundheitsschädlich ist?

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