Zukunft der Mobilfunker liegt bei mobilen Datendiensten
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Von Sprachdiensten zu Datendiensten
Reicher werden Europas Mobilfunker durch den wachsenden Bedarf an mobilen Datendiensten zwar nicht, doch zumindest können durch diese neu erschlossene Einnahmequelle Umsatzeinbußen bei den Sprachdiensten weitgehend kompensiert werden. Die Nutzung mobiler Datendienste soll, so Dr. Karim Taga, Geschäftsführer von Arthur D. Little Austria und Telekom-Experte, bis 2015 um bis zu 25 Prozent pro Jahr wachsen. Bereits zum 9. Mal wurde die jährliche Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little und des Analysehauses Exane BNP Paribas heuer durchgeführt.
Kombi-Tarife lassen Branche aufatmen
Auch in Österreich sind Umsätze aus mobilen Datendiensten das Thema der Branche. Derzeit beläuft sich der Verbrauch des durchschnittlichen österreichischen Smartphone-Users auf 150 bis 250 MB pro Monat, Tendenz stark steigend. Dieser Umstand spiegelt sich auch in steigenden Datenumsätzen bei den Betreibern wieder, welche vor allem aus dem Umstieg auf Tarife mit inkludiertem Datenvolumen resultieren. Mittlerweile haben alle großen Mobilfunkprovider in Österreich Kombi-Tarife aus Sprach- und Datendiensten im Portfolio.
Das Smartphone löst das Handy ab
Mit dieser Entwicklung einher geht der Boom bei den Smartphones, den Apple mit dem iPhone eingeläutet hat. Die Autoren der Studie empfehlen den Mobilfunkern, verstärkt auf Smartphones anderer Hersteller zu setzen, um ihre Abhängigkeit von Apple bzw. dem AppStore zu minimieren. Über Geräte auf Android-Basis beispielsweise sei es den Providern möglich, an den Umsätzen durch Applikations-Downloads zu partizipieren. Zudem wird ihnen nahe gelegt, verstärkt offene Applikationsplattformen zu unterstützen, anstatt rein auf Eigenentwicklungen zu setzen.
Bis 2015, so die Prognose der Studienautoren, sollen 60 Prozent aller Mobilfunkkunden ein Smartphone benutzen, 25 Prozent werden zudem mobile Breitbandverbindungen z.B. via USB-Sticks nutzen. Österreich liegt derzeit bei der Nutzung von mobilen Datenkarten mit 14,5 Prozent der Gesamtbevölkerung im europäischen Spitzenfeld.
LTE kann warten
Eine Konsequenz aus dem rasanten Ansteigen des verbrauchten Datenvolumens sieht Arthur D. Little in notwendigen Netzinvestitionen. Als probates Mittel für die Sicherstellung des erhöhten Datenaufkommens in den kommenden Jahren wird einerseits HSPA+ gesehen. Um die Kosten für Netzinvestitionen in Grenzen zu halten seien zudem Kooperationen beim Netzausbau und eine Ableitung des Datenverkehrs auf Festnetzinfrastruktur ratsam. Mittelfristig könne so mit der Einführung von Breitbandtechnologien wie LTE noch einige Jahre zugewartet werden, selbst wenn sich die Betreiber aus strategischen Gründen die Rechte dafür bereits jetzt sichern müssen.
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