T-Mobile zeigt neuen Mobilfunkstandard LTE
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LTE - Press to Play!
Am Anfang gab es Startprobleme, doch als der LTE-Datenstick an ein herkömmliches Notebook gesteckt wurde, gab es kein Halten mehr: In Sekundenbruchteilen waren Bilder und Musik-Files übertragen, während zur selben Zeit Filme in HD-Qualität gestreamt wurden. Ganz nebenbei wurde ein 200-MB-File heruntergeladen, nach nicht einmal 12 Sekunden war dieses verfügbar. Und auch in die andere Richtung ging es schnell: Im Uplink benötigte eine 100 MB große Datei keine zehn Sekunden, 25 bis 28 MBit standen unter optimalen Verhältnissen beim Test zu Verfügung. YouTube-Videos starten auf Knopfdruck, ohne zu ruckeln, Glasfaser "over the air" ist man verleitet zu sagen!
Entwicklung in großen Schritten - ein Rückblick
Blickt man zurück, ist es kaum zu glauben, dass sich vor etwa zehn Jahren ein Großteil der Internet-Gemeinde fast ausschließlich mit Einwahlmodems und einer maximalen Übertragungsrate von 51 kbit begnügen musste. Sogar das Herunterladen von Mails mit Anhängen konnte zur Qual werden. Mit ADSL, dem von der Telekom eingeführten ersten kommerziellen Breitbanddienst, wurde es erstmals so halbwegs schnell. Die Zeit für autogenes Training, während sich der Fortschrittsbalken füllt, war vorbei. Doch nur bedingt: Aufgrund der neuen Bandbreiten änderten sich auch die Inhalte, die verschickt wurden. Zu Urzeiten des Internet war es schon toll, ein Word-File von A nach B zu transferieren, später wurden es Bilder, noch etwas später sogar Videos.
Ähnlich verhielt es sich auch beim Mobilfunk: HSCSD war der erste Datenturbo, der im GSM-Netz eingesetzt wurde.Mit 14,4 kbit/s wurde diese Technologie schnell von GPRS/EDGE abgelöst, was sowohl in GSM- wie auch UMTS-Netzen zum Einsatz gelangte. Während es GPRS mit EDGE theoretisch auf 473 kbit/s bringen kann (in der Praxis pendelt sich der Wert zwischen 150 und 200 kbit/s ein), schafft man im UMTS-Netz, das in Österreich 2003 eingeführt wurde, mit HSDPA maximale Durchsatzraten von 3,6 bis 7,2 Mbit/s. Auch hier kann die Technik noch etwas nachhelfen: einzelne Betreiber sind aktuell dabei, diese Leistung mittels HSPA+ zu forcieren.
LTE ist die Zukunft
Der vierte Mobilfunkstandard LTE wird diese Raten zweifelsohne in den Schatten stellen: Raten im Uplink von 25 bis 28 Mbit, wie sie heute gezeigt wurden, stellen Bisheriges in den Schatten. Hier scheint es, als hätte der ICE-Datenzug nochmals eine Rakete für zusätzlichen Schub erhalten. Zusätzlich bietet LTE den Betreibern die Möglichkeit, nur jene Leistung bereit zu stellen, die der Kunde soeben benötigt. Wird nur telefoniert, kann Bandbreite einem anderen Kunden zur Verfügung gestellt werden. Dies impliziert auch, dass Mobilfunker künftig ihre Kunden in verschiedenste Klassen einteilen können. Ein Low-Budget-Kunde erhält eine geringere Bandbreite als einer mit hoher Grundgebühr.
LTE so günstig wie ein Softdrink?
Dass das Halbieren der Preise nicht die Lösung sein kann, darüber war sich die Führungsriege von T-Mobile einig. Dr. Rüdiger Köster, Geschäftsführer Technik von T-Mobile Austria, skizzierte die österreichischen Verhältnisse folgendermaßen: In Österreich liegen die Preise für einen Mobilfunktarif etwa in der Größenordnung eines Fast Food Menüs. Nachdem LTE eine Steigerung der User-Experience bringt, ist es vergleichbar mit einem Extra, etwa einem Softdrink. Da überlegt man nicht lange ob man diesen dazu nimmt, bei einem Zusatzpaktet hingegen sehr wohl.
Uns ist zwar nicht bekannt, wann Köster zuletzt ein Fast Food Lokal besucht hat, aber unseres Wissens kostet ein Menü im Schnitt 6 EUR, ein zusätzlicher Softdrink etwa 2,5 EUR. Ein T-Mobile Vertrag mit Datenvolumen schlägt sich hingegen aktuell im günstigsten Fall mit 19 EUR zu Buche. Na ja, entweder hat Köster die Preise seiner Tarife nicht im Kopf oder er war schon lange nicht mehr bei McDonalds und Burger King. Schön wäre es jedenfalls, wäre LTE tatsächlich gegen einen Aufpreis von 2,50 zu haben...
Testbetrieb seit einem Jahr
Vor etwa einem Jahr ging in Innsbruck das erste und auch größte LTE-Netz Europas in den Testbetrieb, wie Köster nicht ohne Stolz erzählte. Damals waren die dazugehörige Modems noch so groß wie ein Ziegelstein. Nach mittlerweile einem Jahr ist die Entwicklung so weit voran geschritten, dass sich ein LTE-Datenstick kaum mehr von seinem herkömmlichen UMTS-Pendant unterscheidet. Mit den Ergebnissen war man, so Köster gegenüber TarifAgent, zufrieden.
Die Zukunft wird mit Sicherheit LTE mit sich bringen. Bis es erstmals so weit sein wird, werden aber noch mindestens zwei Jahre vergehen.
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