Telering wird 10 - der Inder tanzt!
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Weg mit dem Speck!
Dies ist wohl der bekannteste Slogan der österreichischen Mobilfunkwelt, obwohl er, wie gestern von der Telering-Mannschaft zugegeben werden musste, von einem US-amerikanischen Unternehmen in den 70igern kreiert wurde. Der damalige CEO Michael Krammer, heute Chef von Orange Austria, entlehnte den Spruch. Rundherum wurden aggressive Werbekampagnen lanciert, um aufzuzeigen: Wir sind die Billigsten! Den Mitbewerbern dürfte dies so gar nicht geschmeckt haben, schließlich mussten sie in der Werbung als beleibte "Speckis" ihr Dasein fristen und erdrückten ihre Kunden mit fetten Kosten.
Innovative Produkte
Mit ausgeklügelten und durchaus erfinderischen Tarifen wurde auch der Preiskampf angeheizt, beispielsweise "Free Night": Zwischen 22.00 und 6.00 Uhr konnte innerhalb des Telering-Netzes gratis telefoniert werden. Dieses Angebot war ein Novum zu jener Zeit, noch dazu bei einem Wertkartenprodukt. Angesichts der veränderten Tarifstruktur mit Flatrates würde dies heute nur noch ein müdes Lächeln in die Gesichter der Kunden zaubern.
Auftritt des Inders
Vor zwei Jahren schließlich kam die neueste Erfindung: Die Erschaffung des "Inders" als Testimonial. In diese Rolle trat der Musical-Darsteller Ramesh Nair, der den Telering-Werbespots seine Berühmtheit zu verdanken hat und als "Dancing Star" beim ORF seinen bisher größten medialen Erfolg feiern durfte. In der Beliebtheit liegt der Inder vor den mittlerweile in Pension gegangenen Speckis.
Nicht immer einfache Jahre
Der Aufbau der Marke Telering war hingegen nicht immer einfach. Entstanden ist der Mobilbetreiber aus einem Joint Venture von Verbund und ÖBB sowie mehreren kleineren Internet-Providern, die ihre Frequenzen zusammenleiteten, um einen neuen Betreiber aus der Taufe zu heben. Nachdem man jedoch kein Mobilfunk Know-how besaß, gingen die Anteile der mittlerweile im Boot sitzenden deutschen Mannesmann schließlich an Vodafone über. Vodafone war es gewohnt Marketleader zu sein, mit der Situation in Österreich wusste man nicht allzu viel anzufangen, war man doch zu diesem Zeitpunkt der kleinste Provider am Markt.
Wechseljahre
Die feindliche Übernahme von Mannesmann durch Vodafone in Deutschland schaffte aber auch hausintern einige Probleme, die dazu führten, dass Telering kurzerhand an den amerikanischen Betreiber Western Wireless um einen symbolischen Betrag von 10 EUR veräußert wurde. Aber auch diese Eigentumsverhältnisse blieben nicht lange aufrecht: Schon nach kurzer Zeit wurde die damalige Mutter Ziel einer Übernahme, in deren Folge Telering abgestoßen wurden.
Ende der Kindsweglegung
Im August 2005 kam es schließlich zum bisher letzten Eigentümerwechsel. T-Mobile Austria nahm sich des Preistreibers an. Allerdings wurde erst ein knappes Jahr später von der EU grünes Licht für den Kauf gegeben. Seither befindet sich die zur Marke degradierte Telering im Eigentum von T-Mobile Austria und funkt seit 2007 nach der Netzzusammenlegung der ehemaligen Konkurrenten im T-Mobile-Netz.
Neue Tarife zum Zehn-Jahres-Jubiläum
Pünktlich zum runden Geburtstag wurden auch neue Tarife ins Leben gerufen. Die "Basta"-Tarife mussten "Halbe Zehn", "Super Zehn" und "Doppel Zehn" weichen. Im Großen und Ganzen handelt es sich dabei um selbige Tarife wie bei den ehemaligen "Bastas", allerdings mit vermindeter Grundgebühr. So wurden für den "großen Basta" noch 25 EUR verrechnet, während das aktuelle Pendant auf 20 EUR Grundgebühr kommt - die Ausprägungen sind die selben: 2.000 Minuten in alle nationalen Netze sind inkludiert, nach Verbrauch ist das Telefonieren zu Telering sowie zur Mobilbox gratis.
Der herkömmliche "Basta" wiederum kostete bei 1.000 Freiminuten 15 EUR mit anschließend unlimitierter Telefonie im eigenen Netz, die "Super Zehn" kommt auf 10 EUR. Einzige Ausnahme bildet die "Halbe Zehn": Für 5 EUR erhält man 250 Minuten, während beim "Kleinen Basta" bei 7 EUR 300 Minuten zur Verfügung standen. Wer mit den Freiminuten auskommt, fährt damit aber günstiger, da die Freiminutengebühr beim neuen Tarif umgerechnet auf die Grundgebühr 2 Cent pro Minute kostet, während beim "Kleinen Basta" 2,3 Cent umgerechnet verrechnet werden.
TarifAgent hat nach Rücksprache mit Katrin Scharl, Pressesprecherin von T-Mobile, herausgefunden, dass die "Basta"-Tarife noch nicht ausgedient haben. Vielmehr werden sie nach den Feierlichkeiten reaktiviert.
Für wen eignen sich die Tarife?
Telerings Devise lautet "Keep it simple!" - also kein Schnick-Schnack und keine versteckten Kosten. Nachdem nur bei der Jugend SMS-Kontingente inkludiert sind, eignet sich der Tarif für reine Telefonierer. Dabei sollte ganz genau kalkuliert werden, wie viele Minuten tatsächlich monatlich benötigt werden. Kommt man nämlich über das inkludierte Sprachvolumen hinaus, kann es teuer werden: 29 Cent werden fortan pro Minute verrechnet, was derzeit der höchste Wert bei einem Vertragstarif in Österreich ist. Der Tarifcheck von TarifAgent soll aber Aufschluss bringen.
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