A1 bringt mit Vectoring-Technologie Kupferkabel auf Zack
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Kupfernetze haben noch lange nicht ausgedient
Allseits liest und hört man über Glasfasertechnologie und die damit verbundenen hohen Übertragungskapazitäten von bis zu 100 Mbit/s - dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass uns ein 33 kbit/s-Modem in blankes Entzücken versetzte. 1995 war diese Netzgeschwindigkeit Standard, 15 Jahre später hat sich die Kapazität rund vertausendfacht.
Bis 2020 soll die verfügbare Netzqualität schlechtestenfalls 30 Mbit/s betragen. Die Hälfte aller Haushalte soll jedoch auf 100 Mbit/s-Leitungen zugreifen können, so sieht es die EU-Richtlinie für den Breitbandausbau vor.
Das Problem der "letzten Meile"
Das Problem dabei: Jeden einzelnen Privathaushalt mit superschneller Glasfasertechnologie zu versorgen ist doppelt teuer. Einerseits weil die Leitungen an sich kostspielig sind, andererseits weil in den meisten Fällen ja bereits Kupfernetze vorhanden sind, welche ausgetauscht werden müssten. Doch leider ist das gesamte Netz immer nur so schnell wie der langsamste Streckenabschnitt, weshalb die Lösung in einer besseren Verwertung der Leistungskapazität nämlicher Kupferkabel liegt.
In Kooperation mit Netzausstatter Alcatel-Lucent wurde in den letzten Jahren eine Technologie entwickelt, mit der das bestehende Kupfernetz so weit getuned werden kann, dass über Leitungsabschnitte von wenigen hundert Metern ebenso hohe Bandbreiten wie mit Glasfaser möglich sind. Heute, Donnerstag, wurde diese neue Technologie von A1 Vorstand Technik Walter Goldenits anschaulich präsentiert.
Vectoring erhöht die Übertragungsleistung um bis zu 50 Prozent
Was passiert nun beim Vectoring? Es ist ja nicht so, dass das Kupfernetz an sich ein langsames wäre. Allerdings werden Kupferkabel immer im Verbund verlegt, damit eine entsprechend hohe Kapazität gewährleistet werden kann. Bis zu hundert Kabelstränge verlaufen in so einem Kabelverbund und sie haben leider die unangenehmen Eigenschaft, sich gegenseitig zu stören. Die Folge: das Netz wird langsam. Genau diese Störungen gilt es zu minimieren. Beim Vectoring wird ein Kompensationssignal berechnet und eingeschleust. Es "entstört" die Leitung und sorgt dafür, dass das Signal ohne merkliche Leistungseinbußen übertragen werden kann.
Wo kommt Vectoring zum Einsatz?
In den Hauptverteilern bzw. Schaltstellen, also immer dort, wo Glasfaserleitungen in Teilnehmerleitungen aus Kupfer münden, werden die Störungen in Echtzeit gefiltert. Bei einer Leitungslänge von 500 Metern ist mit dieser verhältnismäßig einfachen Maßnahme eine Verdopplung der Übertragungsraten erreichbar. Bei etwa 800 Metern Distanz ist das Netz noch immer um die Hälfte schneller, wobei der positive Effekt über längere Distanzen zunehmend verschwimmt.
Das bedeutet aber auch, dass es sich immer nur um die sogenannte "letzte Meile" hin zum Einzelanschluss handeln kann, die mit Vectoring-Technologie getunt werden kann. Ein kostspieliges Glasfasernetz lässt sich damit nicht ersetzen.
Korneuburg macht den Anfang
Im Juni 2011 wurde Korneuburg an das Glasfasernetz der A1 angeschlossen, dass dort derzeit mit bis zu 16 Mbit/s überträgt. Aktuell wird in einem ersten Live-Test die Optimierung mittels Vectoring gestartet, welche den Kunden eine Verdoppelung der Übertragungsgeschwindigkeit auf bis zu 30 Mbit/s bringen soll. Über den weiteren Netzausbau mit Vectoring-Technologie liegen noch keine konkreten Pläne vor, erst soll der tatsächliche Impact analysiert werden, so Goldenits.
Goldenits sieht es als realistisch an, dass bereits in zwei bis drei Jahren das ganze Kupfernetz optimiert sein könnte. Wenig Sinn mache eine Netzoptimierung der Kupferleitungen hingegen im dünn besiedelten Raum. Hier werde viel mehr eine Versorgung mit entsprechenden Bandbreiten via Mobilfunk angestrebt, indem die Mobilfunkstationen mit Glasfaser angebunden werden.
Wer übrigens gerne wissen möchte, ob an einem bestimmten Standort eine glasfaserbasierte Anbindung bereits verfügbar bzw. wie hoch die tatsächliche Internetgeschwindigkeit ist, kann dies ganz einfach online herausfinden:
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